Die Sitzung der Arbeitsgruppe 3 (Teilnehmerliste) wurde von Herrn Philipp (FWU) moderiert. Im folgenden sind die Vorträge der sechs Referenten kurz zusammengefasst.
Herr Meschenmoser stellte seine Gedanken zur Zukunft von Internet- und
computerunterstütztem Unterricht vor. Mit den neuen Möglichkeiten der Computertechnologie
und mobilen Internetzugängen können heterogene Lernzugänge besser als zuvor
gefördert werden. Zwei Fragen sind hierbei wichtig:
Wie können wir unterschiedliche Lernzugänge unterstützen? Wie kriegen wir
Lehrende dazu, das Angebot anzunehmen und umzusetzen?
Um Lösungsansätze zu
demonstrieren, zeigte Herr Meschenmoser einige Beispiele vom Berliner Bildungsserver
wo zielgruppenspezifische Angebote erfolgreich verwirklicht wurden:
Das Bärenprojekt für die Lehrerfortbildung: Stoffbären werden auf eine Reise zu bislang 180 Schulen geschickt, an denen Deutsch unterrichtet wird. Jeder Bär hat ein Tagebuch, das mit Photos auf dem Bildungsserver veröffentlicht wird. Weitere Inhalte, z.B. ein Bärenlexikon, sind parallel entstanden.
Die Verkehrswerkstatt: Hier können Materialien zu verschiedenen Fahrzeugen recherchiert werden. Auch Ingenieure nehmen an dem Projekt Teil.
Beide Projekte stellen Ansätze vor, bei denen die erarbeiteten Materialien über den Projektzeitraum hinaus weiter bestehen. Sie können durch andere Lernende ergänzt werden und unterstützen somit neue kommunikative Strukturen. Ein Problem ist, dass wenig Lehrer und Schüler über HTML-Kenntnisse verfügen, weswegen einfach zu bedienende Tools zur Verfügung gestellt werden müssen. Auf dem Berliner Bildungsserver wurde ein Editor auf Zope-Basis gestaltet, womit jeder auf einfacher Weise eigene Seiten bauen kann.
In der anschließenden Diskussion wurde die Frage thematisiert: Wie kann man vermeiden, dass bei heterogenen Lernzugängen die Leistungsschere nicht vergrössert wird? Es erscheint wichtig dieses Problem im Blick zu behalten, aber es wird schwierig sein, eine Lösung zu finden.
Frau Reimer beschrieb das Projekt "Notebook-University" am Institut für Allgemeine Pädagogik und Erwachsenen-/Weiterbildung der Universität Flensburg. Da die Universität Flensburg über eine gute technische Ausstattung (z.B. WLAN) verfügt, werden in der universitären Lehre verschiedene neue Lehr-/Lern-Modelle ausprobiert, wobei Blended Learning den Schwerpunkt einnimmt. In der Umsetzung haben das WWW, Lernplattformen und kommunikative Tools zentrale Bedeutung. In Kooperationsseminaren bearbeiten geographisch getrennte Gruppen verschiedene Projekte, Planspiele, etc. Fazit: Es ist wichtig, den Mut zu haben, neue didaktische Modelle und neue Tools auszuprobieren, damit praktische Erfahrungen gemacht werden können.
Frau Benoit berichtete von den E-Learning Vorhaben am LISUM. Ein Ziel ist die Schaffung eines virtuellen Bildungszentrums für die Fortbildung von Tele-TutorInnen. Das Projekt befindet sich noch im Anfangsstadium. Derzeit werden verschiedene Modelle ausgearbeitet. Bislang werden Schulungen in der Anwendung einzelner Tools für E-Learning, sowie Betreuung und Begleitung von E-Learning-Modellen in Brandenburg sowie bei internationalen Projekten angeboten. Die Suche nach einer geeigneten Lernplattform ist noch nicht beendet. Es wurde bisher ein Kriterienkatalog erstellt und eine europaweite Ausschreibung geschaltet. Als Unterrichtsmodell dient eine Form von "selbstgesteuertem" Lernen, wo der Lerner je nach Bedarf auf eine Anzahl von Lernmodulen zurückgreifen kann und diese individuell bearbeiten kann. Dies beinhaltet sowohl synchrone- als auch asynchrone Kommunikationsmedien, Betreuung durch Tutoren, Präsenzveranstaltungen, Nutzung von CD-ROMs und eines Web-Portals. Die TutorInnen sollen auch in sozialen Kompetenzen ausgebildet werden.
Das Bildungsportal Thüringen ist ein Projekt in dem seit 2001 versucht wird, die E-Learning-Aktivitäten in der Aus- und Weiterbildung an den Thüringer Hochschulen zu bündeln. Dazu gibt es ein Internet-Portal, auf dem man mit verschiedenen Suchwerkzeugen nach Aus-und Weiterbildungsangeboten suchen kann. Die Suchergebnisse können als PDF-Dokument herrunterladen werden. Über Angaben zu den konkreten Projekten hinaus, werden Bildungszusatzinformationen angeboten, sowie ein Kompetenznetzwerk, wo Anwender und Entwickler von e-Learning-Produkten miteinander in Kontakt treten können.
Große Anstrengungen wurden unternommen, um das Angebot vom Bildungsportal Thüringen bekannt zu machen, damit ein möglichst großes Angebot geschaffen werden kann. Verschiedene Formen von Bildungsangeboten können jetzt über das Portal recherchiert werden. Von einfachen Inhalten, wie Applets, Videos und CD-Roms, bis hin zu Lernprogrammen und Lernmanagementsystemen.
Der Bericht handelte von dem Projekt "Lehrerbildung online", das Hilfestellung dabei bieten soll, eLearning-Projekte online zu bringen. Als Beispiel dafür, wie ein betreuter Kurs aufgesetzt werden kann, wurde der Kurs "Ethik-Online" vorgestellt, der als Blended Learning-Ansatz konzipiert ist, bei dem im Laufe von neun Monaten Präsenzphasen und tutoriell betreute Online-Phasen abwechselnd angeboten werden. Weiterhin werden Onlineangebote zur Qualifizierung von Ausbildern und Multiplikatoren, zur Unterstützung von Entwicklungsprozessen an Schulen und zur Strukturierung und Unterstützung schulinterner Fortbildungsmassnahmen angeboten. Als weitere Kursform werden bei "Lehrerbildung online" Online-Kurse zum Selbstlernen angeboten, die für jeden offen sind aber nicht ohne tutorielle Betreuung funktionieren. Als Ergänzung zu den Kursen gibt es verschiedene Material- und Linksammlungen, die von den Mitgliedern der Community aktiv weitergeführt werden. Auf der Lernplattform des Bildungsservers Hessen können Interessenten eigene Online-Arbeitsbereiche einrichten.
Frau Kirchmair hat in ihrem Vortrag über ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit der Einrichtung des TeleTutoriums berichtet. Das TeleTutorium wurde 2002 in Verbindung mit der Universität Insbruck eingerichtet. Ziel ist es, nach dem Konzept "auch Selbstlernen will gelernt sein", Studierende im Umgang mit dem Internet, mit neuen Lehr- und Lernumgebungen, sowie unterschiedlichen Online-Kommunikationsformen vertraut zu machen. Dazu wurde eine Lernplattform auf Manila-Basis geschaffen. Obwohl das Projekt erfolgreich ist, wurden verschiedene Erfahrungen gemacht, welche die Schwierigkeiten des Online-Lernens deutlich machen. So gilt es, die Schwellenängste und heterogenen Voraussetzungen der Lernenden, zu überwinden.