14. Bonsai-Workshop
13. und 14. April 2005 in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des DIPF in Berlin
Protokoll
Das Protokoll Z39.50 (ISO 23950) ist ein Client-Server basiertes Protokoll zum Suchen in entfernten Datenbanken. Es ermöglicht es, mehrere Informationssysteme über eine einheitliche Schnittstelle abzufragen. Gleichzeitig kann das jeweilige Informationssystem die Daten in unterschiedlicher Form übermitteln, sodass es spezifischen Anforderungen genügen kann. Abfragesprachen sind z.B. Type-1 in RPN (Reverse Polish Notation); Ergebnislisten können in verschiedenen Formaten geliefert werden, z.B. (US)MARC, GRS-1, ... Z39.50 wird vorrangig (oft als einzige Möglichkeit der externen Abfrage) von Bibliotheken eingesetzt um bibliographische Datenbanken abzufragen.
Aus Sicht des Webentwicklers bestehen bei Verwendung von Z39.50 diverse Probleme: neben den Besonderheiten der Abfragesprachen und Ausgabeformate welche dem eher eine relationale Umgebung gewohnten Entwickler merkwürdig bis altertümlich erscheinen können läuft der Request zumindest zweistufig (Suche und Ergebnisanzeige) ab. Zudem gibt es unterschiedliche bzw. unvollständige Implementierungen des Z39.50-Protokolls. Explain - ein Protokollfeature geschaffen um die Möglichkeiten des Servers zu ermitteln - ist leider nicht einheitlich/teilweise gar nicht implementiert. Dies kann z.B. dazu führen das eine Abfrage mit Trunkierung - bei fehlender Unterstützung durch den Server - weniger Ergebnisse liefert als die Gleiche Abfrage ohne Trunkierung.
Es sind unterschiedliche Initiativen entstanden, um diese Problemsituation zu verbessern. Das betrifft ebenso die verschiedenen Entwicklungswerkzeuge, z.B. YAZ. Beim DBS/fachportal-paedagogik wird auf ein mehrstufiges Konzept zur Abfrage der Datenbanken gesetzt: Die entsprechenden Abfragen werden in CQL (Common Query Language) an einen Proxy weitergeleitet, dieser setzt CQL in Type-1 um und startet die entsprechende Suche auf dem Z39.50-Server. Ergebnisse können gecached werden. Die interessierenden Felder der Ergebnisse werden dem Proxy in USMARC geliefert und von diesem (mittels XSLT) in einem leichter zu verarbeitenden XML-Format an die Web-Anwendung geleitet.
Protokoll: Erich Gebhard, Christine Schuster