22. Bonsai-Workshop
6. und 7. Mai 2009 in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des DIPF in Berlin

Protokoll

Der Workshop begann am 6.5.2009 um 14.00 Uhr und endete am 7.5.2009 um 13.00 Uhr. 1. DBS: Begrüßung, Aktuelles
2. Ein länderübergreifendes "Mauswiesel" - Perspektiven, Probleme, Varianten
3. Berichte der Landesbildungsserver Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt
4. Besichtigung der Netzwerk- und Datentechnik in der O2-Arena
5. Berichte der Landesbildungsserver Sachsen, Niedersachsen, Hamburg und Saarland
6. Fazit

Mittwoch, 6.5.2009

1. DBS: Begrüßung, Aktuelles

Zwei neue Portale gibt es im Portalverbund Deutscher Bildungsserver, zu dem nun insgesamt fast 20 Portale gehören.
Empirische Bildungsforschung
Das Portal informiert über das vom BMBF im November 2007 aufgelegte Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung. Es werden die einzelnen Förderbereiche sowie laufende Projekte vorgestellt. Neben den Förderrichtlinien des Rahmenprogramms zu unterschiedlichen Themen werden Informationen über die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses angeboten. Eine Literaturdatenbank mit umfangreichen Recherchemöglichkeiten befindet sich derzeit im Aufbau.
Informationssystem Medienpädagogik
Das Informationssystem enthält mehr als 100.000 Nachweise. Es richtet sich an alle, die mit dem Einsatz und der Nutzung von Medien in der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie in den Hochschulen und der Weiterbildung befasst sind: Wissenschaftler, Lehrer, Erzieher, Eltern, Studierende und Schüler.
Die Meta- und Datenbanksuche basiert auf Lucene. Demnächst findet im DIPF ein Workshop zur Optimierung der DBS-Suchen statt. Dabei soll es um die Überarbeitung der Suchmasken und die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit gehen.

Rechtliche Fragen zu Elixier:
Axel Kühnlenz hat beim Institut für Rechtsinformatik der Universität Saarbrücken angefragt, jedoch keine befriedigende Auskunft erhalten. Deshalb wurde Prof. Goebel (RAe Goebel und Scheller) zur Bonsai-Tagung im November 2009 eingeladen.

Dr. Christian Richter

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2. Ein länderübergreifendes "Mauswiesel" - Perspektiven, Probleme, Varianten

In Hessen ist ein Portal für Grundschülerinnen und -schüler namens Mauswiesel entstanden. Die Inhalte orientieren sich an den Fächern und Themen der Grundschule. Schülerinnen und Schüler sollen das Angebot selbstständig nutzen können. Das Web-Modul ist mit den Lernarchiven des Hessischen Bildungsservers eng verknüpft und bietet so eine schnelle Umschaltmöglichkeit von der Schülersicht auf die Lehrersicht zum Thema (mit entsprechenden zusätzlichen Materialien z.B. zur Unterrichtsvorbereitung. In entsprechender Weise könnte eine länderspezifische Adaption geplant werden.
Schwierigkeiten bestehen in Hessen bei der Bereitstellung von personellen Ressourcen für den Ausbau, insbesondere für die wünschenswerte Erstellung von Webquests (siehe Tagung in Frankfurt).
Die grundlegende Struktur einer möglichen Portierung wird von Friedhelm Schumacher und Hans Rauch in Hinblick auch bezüglich der Nutzung in Elixier skizziert. Eine »Spiegelung« von Mauswiesel im SODIS Content Pool zeigt, dass im Detail zwar noch Probleme hinsichtlich der Vollständigkeit des Exports aller Mauswiesel-Datensätze in den Elixier-Bestand bestehen, grundsätzlich ist das Elixier-Format aber ausreichend differenziert, die hessischen Mauswiesel-Inhalt aufzunehmen.
Zu vereinbaren wären noch eindeutige »Mauswiesel«-Identifikatoren in Mauswiesel-Datensätzen sowie eine gemeinsame »Grundschul«-Systematik.
Die in Hessen hergestellte Verknüpfung zwischen Mauswiesel und dem Lernarchiv lässt sich analog auch für andere Landesbildungsserver realisieren. Dies könnte z.B. mit Hilfe einer entsprechenden Mapping-Tabelle, die die Inhalte von Mauswiesel mit korrespondierenden »Lehrer«-Seiten verknüpft, geschehen.

Es sollte entschieden werden:
  1. Mitarbeit (DBS, Hessen, Saarland und Niedersachsen) Rückmeldung der Bereitschaft zur Mitarbeit: Mitte/Ende Mai an Friedhelm Schumacher
  2. Strategisches Konzept, nach dem die Nutzung für andere länderspezifische Plattformen erfolgen soll. Anbieten würde sich das Prinzip eines Baukastens (bezüglich Steuerdatei)

Vorschlag von Hans Rauch: Zentrale Lösung mit Länderbeteiligung in Form von Zulieferung von entsprechenden Datenbeständen, wie dies bei Elixier derzeit der Fall ist.
Es wird vorgeschlagen, einen Antrag an Steuerungsgruppe des DBS zu stellen, um Mittel für den Ausbau zu erhalten. Der Antrag könnte zur nächsten Sitzung der Steuerungsgruppe im November 2009 eingereicht werden.
Vorgesehen ist ein Treffen im Juni, um interessierte Mitarbeiter in den Ländern zusammenzubringen (Workshop in Frankfurt) und inhaltliche und technische Details vorab zu klären. Die Ergebnisse sollen als Basis für den Antrag an die Steuerungsgruppe dienen.

Dr. Friedhelm Schumacher, Hans Rauch

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3. Berichte der Landesbildungsserver Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt

Bildungsserver Hessen

LAKK online (Lernen-, Arbeiten-, Kommunikations- und Kooperationsplattform - wird inbesondere von Studienseminaren genutzt) wurde in die hessische Plattform integriert.
Online-Plattformen für Schulen: Schulen präsentieren sich mit ihrem Profil auf dem hessischen Bildungsserver, wobei bestimmte Daten aus der Schuldatenbank kommen. Neben den offenen Bereichen existiert jeweils ein geschlossener Bereich für die unterrichtliche Nutzung. Die schulischen Online-Plattformen sind mit den Lernarchiven gekoppelt. Die Entwicklung ist soweit abgeschlossen. Es fehlen noch zwei Grundfunktionen: "Versetzung" und "Schulabschluss".
Die Verwaltung der Mitglieder der Schulgemeinde erfolgt über die entsprechenden LUSD-Importe.
Dieses (freiwillige) Angebot wird bisher von 300 Schulen (Stand Okt. 2009: 400) genutzt. Man geht davon aus, dass noch etwa 200 Schulen hinzukommen. Man beachte, dass 100 Schulen in Hessen an das Edunex-Netzwerk angeschlossen sind und dass auch Lo-Net in Hessen genutzt werden kann.

Hans Rauch

Landesbildungsserver Baden-Württemberg

HP-Cluster lbs-bw (siehe Powerpoint-Präsentation)
Änderungen in Hard- und Softwarebelangen:
Zwei verclusterte Rechnersysteme wurden beschafft und inzwischen weitgehend in Betrieb genommen. Andreas Ritteshofer berichtet über technische Details. Es wurde auf große technische Sicherheit geachtet. Eine Remote-Lösung wurde realisiert. Zugrundeliegendes Betriebssystem: Linux Debian. Als Managementsystem wird libvirt verwendet. Systemkontrolle wird mit Hilfe von Heartbeat realisiert. Installation der Plattform im Rechenzentrum der Fachhochschule für Technik in Stuttgart. Die Anwendungen selbst laufen auf virtuellen Maschinen (moodle, bscw, nutch etc.).
Überprüfung der Link-Konsistenz der lbs-bw-Webpräsenz mit Hilfe des Werkzeuges LinkChecker . Mitarbeiter sind gehalten, Korrekturen anhand des Protokolls des Werkzeuges durchzuführen.

Andreas Rittershofer

Bayrischer Schulserver

Die Ausschreibung für das neue Produktionssystem ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Die Bestandsermittlung soll bald möglich zum Abschluss gebracht werden. Es wird damit gerechnet, dass das neue System Ende des Jahres zum Einsatz kommen kann.

Wolfgang Schmid

Bildungsserver Berlin-Brandenburg

Inzwischen feierte man die ersten 100 Tage der gemeinsamen Webpräsenz Berlin-Brandenburg (BBB). Die beiden zuvor getrennten Webauftritte wurden fusioniert. Die Inhalte der beiden Server wurden dabei händisch übertragen. Gleichzeitig wurden Tools in den neuen Bildungsserver integriert:
Die alten Systeme werden Ende des Jahres abgeschaltet.

Jürgen Frank

Bildungsserver Sachsen-Anhalt

Ausführliche Sachstandsanalyse über die Einrichtung einer neuen Internetpräsenz.
Erneuerung betrifft Hard- und Software-System, ein ähnliches Szenario wie in Baden-Württemberg.
Die konstruktive Ebene liegt auf virtuellen Maschinen.
Die Gestaltung wurde von professionellen Anbietern geliefert (siehe auch Logo des Bildungsportals). Das Produktionssystem wurde ebenso in einer Ausschreibung festgelegt. Zuschlag bekam ein kleiner Anbieter, der eine proprietäre Lösung auf der Basis von PHP entwickelt hat. Es wurde vereinbart, dass der Quelltext zur Verfügung gestellt wird und auch weiter verwendet werden darf.
Abstimmungsprobleme vor Ort werden davon verursacht, dass das verantwortliche Institut (Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung LISA) zu einem amorphen Gebilde umfunktioniert wurde.
Angedacht ist eine zielgruppenorientierte Präsentation des redaktionellen Angebots des Webauftritts.
Seitenvorlagen sind flexibel nutzbar, verzichtet wurde auf die dritte Spalte bei der Seitenaufteilung.
Inhaltliche Angebotsverbesserung besteht in: Beide Angebote sind aufeinander abgestimmt.
Es wird eine barrierearme Form bereit gestellt. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen.
In die Webpräsenz ist die Webpräsenz des Instituts integriert.
Für Mitarbeiter stehen geeignete Hilfswerkzeuge zur Nutzung bereit, z.B. Hinweis auf abgelaufene redaktionelle Beiträge, ausreichender Editor etc.
Bei der redaktionellen Erfassung wird auch abgefragt, ob eine Freigabe zu Elixier erfolgen soll. Die systematische Nachbereitung erfordert ein automatisches Mapping. Allerdings unterliegt die Grundstruktur für die redaktionelle Erfassung der offiziellen Zustimmung.
Das Suchmodul ist eine interne voll indizierte Datenbankabfrage.
Die Personalsituation ist derzeit noch diffus.

Michael Woyde

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Donnerstag, 7.5.2009

4. Besichtigung der Netzwerk- und Datentechnik in der O2-Arena

Die im September 2008 eröffnete Multifunktionsarena o2 World befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung. Mathias Wallburg, IT-Manager der o2 World, führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bonsai-Tagung durch die moderne Arena, in der Sport-, Unterhaltungs- und Konzertveranstaltungen mit bis zu 17.000 Besuchern stattfinden können. Die technische Ausstattung der O2 World sorgt nicht nur für optimale Akustik und beste Sicht auf allen Plätzen, sondern ermöglicht auch den Umbau von Konzert- zu Sportveranstaltungen in wenigen Stunden. Die IT-Infrastruktur der Arena ist mit Cisco Technologie ausgestattet.

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5. Berichte der Landesbildungsserver Sachsen, Niedersachsen, Hamburg und Saarland

Pädagogische Plattform Päppik

Keine wesentlichen redaktionellen und organisatorischen Neuerungen.
Themenschwerpunkt: Astronomie
Bildungsserverkonzeption soll im Zusammenhang mit dem Umzug entwickelt werden. Über die Gestaltung wird derzeit diskutiert. Allerdings ist der Sächsische Landesbildungsserver eigenständig.
Erweiterung der Schulporträts um berufliche Schulen.
Ein Praktikant bearbeitet das Diktatthema.
Der Support für den E-Learning-Bereich musste eingeschränkt werden (Weggang eines Mitarbeiters). Davon betroffen ist hauptsächlich das Moodle-Projekt.

Klaus Thuß

NiBiS - Niedersächsischer Bildungsserver

Die Personalsituation ist weiterhin sehr eng. Eine Verbesserung wird angestrebt.
Für eigene Veröffentlichungen wurden Zeichnungen von einer Grafikerin entworfen. Diese sind auch für andere Länder zur Verwendung auf den Bildungsservern frei. Wenn im Zusammenhang mit dem Projekt Mauswiesel weiterer Bedarf besteht, können auch andere Themenkreise grafisch erschlossen werden.
Auf dem NiBiS wurde eine verbesserte Suchfunktion implementiert (auf der Basis von mnogosearch). Elixierrergebnisse wurden eingebunden.
Die Virtualisierung aller Server unter XEN wird weiter betrieben, als Speicher wird ein Storage-System von NetApp verwendet.
Die Umsetzung des Konjunkturpaketes II für Niedersachsen erforderte inhaltlich und technisch intensiven Einsatz. Es wird ein Downloadserver für die Online-Distribution entwickelt. Weitere Infos unter http://konjunkturpaket.nibis.de.
In den Arbeitsumgebungen wurde der neue Editor von TinyMCE mit kommerziellen Modulen ergänzt. Das vorhandene Wiki wurde um die Funktion erweitert, einen kompletten Wiki-Inhalt in eine PDF-Datei umzusetzen.
Für die erwartete Entwicklung des Niedersächsischen Bildungsnetzes wurde ein Single-Sign-On auf der Basis von OpenID installiert und erprobt. Zu dem Bildungsnetz gehört auch die Entwicklung einer eigenen USB-Stick-Lösung mit einem eigenen Backend (fileas.nibis.de). Weitere Infos zum Stick unter http://www.n-stick.de.

Horst Eysel

Hamburger Bildungsserver - HBS

Die Migration auf hamburg.de ist in der Planung. Wann die Planung umgesetzt wird, ist noch nicht sicher, wahrscheinlich ab November 2009. Probleme bestehen vor allem in den personellen Ressourcen der Mitarbeiter für die technische Umsetzung und nach der Streichung einer Stelle auch für die redaktionelle Arbeit. Ein einheitliches CMS für die Gestaltung von Schulhomepages ist auf freiwilliger Basis für die Schulen im Aufbau. 50 Prozent der Schulen sind bereits daran beteiligt (vor allem Grundschulen). Der HBS unterrichtet mit seinen 1,6 Stellen die Schulen in der Handhabung des CMS-Systems und hat bereits ca 25 Kurse mit jeweils etwa 15 Teilnehmern durchgeführt.

Wolfgang Stanik

Bildungsserver Saarland

Das im Saarland verwendete RedDot CMS wird jetzt von der RedDot Solutions AG, einem Open Text Unternehmen, herausgegeben. Die Usability des CMS wurde verbessert. Mit RedDot können Themenportale und Unterportale erstellt werden. Eingetragene Ressourcen stehen für alle Themenportale zur Verfügung. Neue Themenportale sind: Zuständige Stellen, MINT und Wissenschaftsjahr.
Für ausgewählte Dokumente wurde ein geschützter Bereich eingerichtet. Das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft stellt allen saarländischen Grundschulen kostenlos das Programm "Schulverwaltung Grundschule" zur Verfügung.
Verstärkt kommen Web 2.0-Anwendungen und Web 3.0-Komponenten zum Einsatz. Für die Projektarbeit an Schulen können z.B. Weblogs eingerichtet werden.
Der BSCW-Server wurde angepasst.

Erich Gebhard

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6. Fazit

  1. Zum Portalverbund Deutscher Bildungsserver gehören zwei neue Portale: Empirische Bildungsforschung und Informationssystem Medienpädagogik
  2. Prof. Goebel wurde zur nächsten Bonsai-Tagung eingeladen. Er wird über rechtliche Fragen zu ELIXIER Auskunft geben.
  3. Es ist geplant, an die Steuerungsgruppe des DBS einen Antrag zur Förderung eines länderübergreifenden Projekts "Mauswiesel" zu stellen.
  4. Am "Mauswiesel-Projekt" beteiligen sich der DBS und die LBS Hessen und Saarland. Weitere Innteressenten können sich bis Ende Mai bei Friedhelm Schumacher melden.
  5. Auf dem Niedersächsischen Bildungsserver stehen Illustrationen für die Erstellung von Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die von den LBS verwendet werden dürfen.
  6. Die 23. Bonsai-Tagung findet am 4. und 5. November 2009 in der BBF des DIPF in Berlin statt.

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Protokoll: Erich Gebhard, Christine Schuster

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