9. Bonsai-Workshop
am 31.1. und 1.2.2002 in Berlin

Teilnehmer:

Andreas RittershoferLEU StuttgartBaden-Württemberg
Gerhard KochLEU Stuttgart 
Wolfgang SchmidALPBayern
Horst SteinT-Systems BerkomBerlin
Michael KadenMPZBrandenburg
Steffen RüsikeMPZ 
Hans RauchHELPHessen
Michael KleinLSW SoestNordrhein-Westfalen
Walter HupfeldLSW Soest 
Hermann MangMBKWSaarland
Michael WoydeLISASachsen-Anhalt
Rainer FabianskiSächsischer BildungsserverSachsen
Ralf-Thomas SchiebelSächsisches Kultusministerium 
Klaus ThußSächsischer Bildungsserver 
Martin MaiselThillmThüringen
   
Eckhardt JahnFWU 
Friedhelm SchumacherFWU 
Susanne DobratzRechenzentrum Humboldt-Universität 
Elke BrensteinDBS Humboldt-Universität 
Jürgen JaeschkeDBS Humboldt-Universität 
Thorsten KathDBS/SchulWeb Humboldt-Universität 
Michael KluckEUN/ETB Humboldt-Universität 
Olaf KosDBS Humboldt-Universität 
Susanne PolittHSNW/ETB Humboldt-Universität 
Christian RichterDBS Humboldt-Universität 
Ulrike SchorleSchulWeb Humboldt-Universität 
Christine SchusterDBS Humboldt-Universität 

Verlauf und Ergebnisse des Workshops

Der Workshop begann am 31. 1. 2002 um 14.00 Uhr und endete am 1. 2. 2002 um 13.00 Uhr. 1. Begrüßung - Olaf Kos
2. Neue Datenbanken auf dem DBS - Christian Richter
3. Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit - Jürgen Jaeschke
4. DBS-Nutzerstudie - Elke Brenstein
5. Berichte der Landesbildungsserver
6. Indexierung multilingual: Der ETB-Thesaurus - Michael Kluck
7. Hochschulnetzwerk - Susanne Politt
8. XML serverseitig verarbeitet: XML-basierte Informationsdienste der HU - Susanne Dobratz
9. XML clientseitig interpretiert: Eine Alternative zu HTML? - Christian Richter

1. Begrüßung - Olaf Kos

Die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Bildungsinformationen im Internet wird in besonderem Maße durch den Deutschen Bildungsserver und die Landesbildungsserver realisiert. Daran haben die Systementwickler der Bildungsportale entscheidenden Anteil. Ihre Arbeit durch Erfahrungsaustausch und Kooperation zu unterstützen, ist Ziel der Bonsai-Workshops. Die seit 1996 bestehende Tradition regelmäßiger Treffen sollte im Interesse aller fortgesetzt werden. Die Abteilung Pädagogik und Informatik der Humboldt-Universität steht auch in Zukunft als Gastgeber zur Verfügung.

[zur Tagesordnung]

2. Neue Datenbanken auf dem DBS - Christian Richter

Neu beim DBS sind die Datenbanken "FIS Bildung" und "Zeitungsdokumentation Bildungswesen", der Schlagwortindex in der Online-Ressourcendatenbank und der Inhalt der Rubrik "Aktuelles" auf der Homepage.

FIS Bildung Literaturdatenbank
Die Datenbank ist seit August 2001 online verfügbar. Sie enthält ca. 500.000 Literaturnachweise aus dem Zeitraum 1980 bis 2001. Zur Zeit werden ca. 10 Anfragen pro Minute gestellt, mit steigender Tendenz. Die Benutzung ist kostenpflichtig. Eine kostenfreie Demoversion zeigt das gesamte Rechercheergebnis an, jedoch sind nur die ersten drei Treffer anklickbar. Für die Vollversion müssen Lizenzen erworben werden. Die meisten Hochschulen und Bibliotheken sowie viele weitere Bildungseinrichtungen haben eine Lizenz und damit freien Zugang.

Zeitungsdokumentation Bildungswesen
In dieser Datenbank sind bildungsrelevante Artikel aus 39 in- und ausländischen Zeitungen und Newslettern nachgewiesen und mit Schlagwörtern erschlossen. Der Abfragemechanismus ist der gleiche wie bei der FIS-Bildung Datenbank. Aus der Ergebnisliste können einzelne Artikel ausgewählt und online bestellt werden.

Das benutzte Datenbank-System des DBS ist weiterhin MySQL. Die neuen Datenbanken enthalten wesentlich mehr und umfangreichere Datensätze als die anderen Datenbanken des DBS, daher ergeben sich andere Anforderungen an das System. Während z.B. bei der Online-Ressourcen-Datenbank Flexibilität und schnelle Aktualisierbarkeit nötig sind, liegt die Priorität bei der FIS-Bildung-Datenbank darauf, trotz der hohen Datensatzmenge eine angemessene Geschwindigkeit zu erreichen. Die Datensätze werden 4-5mal jährlich aktualisiert. Eine einfache Freitextsuche ermöglicht den ungeübten Benutzern einen unkomplizierten Zugang zu den Daten, ein Formular für die feldbezogene Suche erlaubt genauere Recherchen. Die Datenausgabe ist in unterschiedlichen Formen möglich, so z.B. für Textverarbeitungsprogramme oder für den Import in eine andere Datenbank. Den Nutzern stehen außerdem eine Schlagwortliste und eine Autorenliste zur Verfügung.

Schlagwortindex in der Online-Ressourcendatenbank
Die Schlagworte von 'FIS-Bildung' werden jetzt auch zur Verschlagwortung der Online-Ressorucen genutzt, da es sich um eine erprobte Sammlung bildungsrelevanter Begriffe handelt.

Rubrik "Aktuell"
Die Rubrik "Aktuell" wurde überarbeitet. Unter "Neu" werden Neuerungen auf dem DBS angezeigt, "Blickpunkte" verweist auf Themenfolder zu interessanten Inhalten und "Tipps der Redaktion" gibt den Redakteuren die Möglichkeit, bestimmte Datenbankeinträge hervorzuheben.

[zur Tagesordnung]

3. Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit - Jürgen Jaeschke

Der DBS läuft zur Zeit auf einem Sun/Solaris-Rechner. Um Performance, Sicherheit, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit zu erhöhen wurde eine dezentrale Datenhaltung auf der Basis von Standard-PCs mit dem Betriebssystem Linux konzipiert. Die Verfügbarkeit wird realisiert durch redundante Auslegung sämtlicher Hardwarekomponenten. Performance und Skalierbarkeit wird erreicht durch den Einsatz einiger - im wesentlichen redundanter, aber gleichzeitig aktiver - Maschinen. Eine Firewall (Paket-Filter) ist elementarer Bestandteil des zukünftigen DBS. Load-Balancing ist auf OSI-Layer 3 Ebene beschränkt. In der aktuellen Implementation werden Vorteile der beiden Methoden "Direct-Routing" und "Network Address Translation" benutzt.
Die "Folien" zum Vortrag sind zu finden unter http://www.educat.hu-berlin.de/~jaeschke/bonsai-2002-01/

[zur Tagesordnung]

4. DBS-Nutzerstudie - Elke Brenstein

Eine Vorstudie soll Auskunft darüber geben, ob eine größere Nutzerstudie für den DBS sinnvoll ist. Für eine Online-Nutzerbefragung im Februar und März wird das Evaluationstool Rogator benutzt. Darüber hinaus wird eine Direktbefragung verschiedener Nutzergruppen (Schüler, Lehrer, Studenten) im April und Mai Auskunft über die Webusability des DBS geben. Detaillierte Analysen der DBS-Logfiles von Januar bis Dezember 2001 sollen gezielte Fragen zum Nutzungsverhalten der DBS Besucher ergeben. Die Zugriffe auf den DBS werden mit ANALOG ausgewertet.
Der ausführliche Vortrag ist zu finden unter: http://www.educat.hu-berlin.de/~brenstein/DBSEval/DBSNutzerstudie.ppt

[zur Tagesordnung]

5. Berichte der Landesbildungsserver

Thüringen

Der Server steht im Rechenzentrum der Universität Jena. Im Inhaltlichen besteht eine Zusammenarbeit zwischen dem Kultusministerium und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien. Für Informationen zum Bildungswesen ist das Kultusministerium zuständig. Das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien pflegt u.a. einen Online-Katalog mit Angeboten für den Unterricht sowie für die Lehrerfort- und -weiterbildung.

Martin Maisel

Sachsen-Anhalt

Der Server steht in der Universität Magdeburg. Für den Landesbildungsserver gibt es zwei feste Stellen (Technik und Redaktion) am Landesinstitut für Lehrerfortbildung, Lehrerweiterbildung und Unterrichtsforschung von Sachsen-Anhalt (LISA). Alle Schulen des Landes verfügen über eine eigene Subdomain mit jeweils vier Nutzeraccounts (Schulleitung, Administrator, E-Mail-Kontakt, FTP). Über ein passwortgeschütztes Webportal können die Schul-Administratoren den kompletten Datenbestand der Schule editieren und beliebig viele weitere Nutzeraccounts anlegen (etwa für das Kollegium). 250 Schulen nutzen dieses Angebot bereits. Mit Hilfe eines Online-Autorentools kann jeder selbst Beiträge auf dem Landesbildungsserver veröffentlichen; diese werden vor der endgültigen Veröffentlichung redaktionell überprüft.

Michael Woyde

Sachsen

Die Server stehen an der TU Dresden, es besteht eine Kooperation mit der Abteilung Didaktik der Informatik (Prof. Friedrich). Zwei halbe Stellen (Technik und Redaktion) werden vom Kultusministerium finanziert. Der Arbeitsplatz ist an der Universität. Die inhaltlichen Angebote betreffen folgende Bereiche:

Rainer Fabianski, Klaus Thuß, Ralf-Thomas Schiebel

Saarland

Der Bildungsserver ist beim Kultusministerium angesiedelt. Es gibt ein gemeinsames Corporate Design für die Regierung des Saarlandes, u.a. auch für das Kultusministerium. Inhaltlich werden vor allem offizielle Informationen über Institutionen, Lehrpläne, rechtliche Grundlagen etc. angeboten. Als Redaktionssystem für die Internetpräsens des Ministeriums wird RedDot genutzt, das eine unkomplizierte Eingabe von Inhalten ermöglicht. Der Bildungsserver des Saarlandes wird technisch betreut durch die Zentrale Datenverarbeitungsstelle, die inhaltliche Betreuung erfolgt durch einen abgeordneten Lehrer (halbe Stelle) mit Hilfe von Dreamweaver. Geplant ist die Einrichtung einer Multimedia-Abteilung im Ministerium, die die Redaktion übernehmen soll.

Hermann Mang

Nordrhein-Westfalen

Das Landesinstitut für Schule und Weiterbildung hat eine neue Organisationsstruktur bekommen. Der neue Arbeitsbereich "Information, Dokumentation und Kommunikation" ist unter anderem für die redaktionelle Betreuung der drei Online-Angebote: forum schule. , learn:line und die Homepage des Landesinstituts verantwortlich. Neben den wissenschaftlichen und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Arbeitsbereichs sind auch einige Lehrerinnen und Lehrer im Schuldienst auf der Basis von Anrechnungsstunden an den Redaktionstätigkeiten beteiligt.
Der Webserver www.learn-line.nrw.de ist bei der Universität Düsseldorf angesiedelt. Weitere administrative Server werden von den Firmen NES und Image Transfer gehostet. Programmierarbeiten werden zu einem großen Teil von Firmen durchgeführt.
Das nordrhein-westfälische Bildungsministerium (MSWF) baut zur Zeit ein zentrales Bildungsportal auf, das Zugriff auf alle NRW-Bildungsangebote ermöglichen soll.
Ein Schwerpunkt für die Weiterentwicklung von learn:line liegt in diesem Jahr auf dem Aufbau einer zentralen Nutzerverwaltung. Technische Grundlage dafür ist das LDAP-Protokoll. Da learn:line-Angebote modular aufgebaut sind und Angebote z.T. nur geschlossenen Benutzergruppen offenstehen, können so zukünftig nutzerbezogene Daten zentral gepflegt und mehrfache Authentifizierungen vermieden werden.
Der neue BSCW-Server wird stark genutzt, vor allem von Gruppen, die in Arbeitskontakten mit dem LSW stehen.
Im Rahmen des Modellversuchs MoKK@ wurde ein Formular-Generator entwickelt, der für Server im Bildungsbereich kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Dieses Online Publishing Tool kann genutzt werden, um formulargestützt, also ohne weitergehende technische Kenntnisse einzelne Seiten im Layout des jeweiligen Bildungsservers zu veröffentlichen. Auch die Formulare können interaktiv ohne HTML-Kenntnisse erzeugt werden.
Eine Umfrage (online und offline) zur Nutzung von learn:line durch die Zielgruppen findet im Februar/März 2002 statt, die Ergebnisse werden im Juni 2002 vorliegen.

Michael Klein, Walter Hupfeld

Hessen

Der Hessische Bildungsserver ist beim HeLP angesiedelt und wird dort zur Zeit mit 1 1/2 Stellen betreut. Die Weiterentwicklung erfolgt in enger Abstimmung mit dem hessischen Kultusministerium. Der Bildungsserver arbeitet technisch auf der Grundlage von ZOPE (Zope Object Publishing Environment). Dadurch ist u.a. die Möglichkeit gegeben, geschlossene Bereiche mit ähnlichem Aussehen zu erzeugen. Bisher diente BSCW ca. 700 Nutzern als Plattform; es wurde allerdings häufig nicht richtig ausgenutzt. Daher gibt es jetzt den Ansatz, einzelne Funktionen von BSCW an das Gesamtsystem zu übertragen, so z.B. die Möglichkeit, gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten, oder die "Abo-Möglichkeit", die Interessierten Veränderungen in ihrem jeweiligen Bereich meldet. Damit soll der Aufbau von Communities unterstützt werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, einen Rahmen für Online-Kurse zu schaffen. Der Aufbau eines Lern-/ Materialarchivs mit Angeboten für Blindenschulen wurde begonnen. Für Schulen sollen "externe schulische Intranets" entwickelt werden, um die Kommunikation in und zwischen Schulen zu fördern.

Hans Rauch

Brandenburg

Der Brandenburgische Bildungsserver existiert seit Herbst 2000, er ist beim Medienpädagogischen Zentrum (MPZ) angesiedelt. Von der Organisationsform her ist er dadurch zum einen dem Kultusministerium staatlich nachgeordnet, zum anderen öffentlich-rechtlich. Inhaltlich besteht er aus sieben Hauptbereichen mit jeweils ähnlichem Aufbau. Die primäre Zielgruppe sind Lehrkräfte, es gibt aber auch Angebote für Eltern und Schüler. Für die Kommunikation stehen BSCW und Chats (moderierte, unmoderierte, "Zuschauerräume") zur Verfügung. Da der Bildungsserver keinen eigenen Haushalt hat, ist geplant, Werbung zuzulassen, allerdings nicht als Bannerwerbung auf den Seiten direkt, sondern nur in deutlich gekennzeichneten speziellen "gewerblichen Bereichen".

Michael Kaden

Bayern

Der Bayrische Bildungsserver ist der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen zugeordnet. Dem Bildungsserver stehen für die eigenen Aufgaben zwei Stellen zur Verfügung. Der Bayrische Schulserver ist nach wie vor ein dezentraler Verweisserver, der auf seperate Angebote verweist. Dazu gehören u.a. das Kultusministerium, das Institut für Schulpädagogik (ISP) und die ALP. Es gibt inzwischen eine gemeinsame Datenbank. Die inhaltliche Betreuung erfolgt durch Landesbeauftragte für den Computereinsatz in den einzelnen Fächern (z.Zt. nur für Gymnasien). BSCW wird schwerpunktmäßig von den Seminaren genutzt.
Die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen beim Bildungsserver bewirkt auch Arbeitserleichterungen. So werden z.B. die jährlichen Fragebögen zur Rechnerausstattung an Schulen jetzt als Online-Version zur Verfügung gestellt, die KM-Schreiben werden sukzessive in einer Datenbank gespeichert und digitale "Schulportraits" mit den wichtigsten Daten zu einzelnen Schulen werden erstellt.

Wolfgang Schmid

Baden-Württemberg

Der Bildungsserver hat gerade ein neues Design erhalten. Zur Zeit existieren alter und neuer Bildungsserver nebeneinander, wobei die Inhalte sukzessive vom alten auf den neuen umziehen werden. Das neue Design soll kurze Ladezeiten ermöglichen, daher - wo sinnvoll - möglichst auf Text zurückgreifen und überflüssige Bilder / Animationen vermeiden. Technisch arbeitet der Server u.a. mit ZOPE (Zope Object Publishing Environment) und einer MySQL-Datenbank. Er bietet BSCW und ca. 24 Mailinglisten mit teilweise 1000 Teilnehmern. Benutzt wird das Linux-Programm Mailman.
Die Landesmedienoffensive geht in die zweite Runde. Ziel ist es u.a., den Landesbildungsserver neu aufzubauen, um den Lehrenden Angebote zur Verfügung zu stellen. Zur Zeit stehen dem Bildungsserver 13 Stundendeputate zur Verfügung, aufgeteilt auf 38 Personen. Es gibt 4 Systembetreuer mit jeweils einer halben Stelle und einen Projektleiter mit einer ganzen Stelle. 9 Redakteure betreuen die klassischen Schulfächer, zusätzlich spezielle Bereiche für Sonderschule, Grundschule und Berufsschule. Träger des Bildungsservers ist das Landesinstitut für Erziehung und Unterricht.

Andreas Rittershofer, Gerhard Koch

[zur Tagesordnung]

6. Indexierung multilingual: Der ETB-Thesaurus als Indexierungsinstrument für deutsche Online-Ressourcen - Michael Kluck

Der ETB-Thesaurus
ist ein echter multilingualer Thesaurus in 8 Sprachen: deutsch, englisch, französisch, italienisch, spanisch, dänisch, schwedisch, griechisch. Weitere Sprachen werden (in Abhängigkeit vom Informationsangebot und Sprachressourcen) folgen. Der Gegenstandsbereich des ETB-Thesaurus umfasst schwerpunktmäßig Online-Materialien von Schulen (Lehrmaterialien, Projekte...)
Das ETB-Projekt
ist ein Netzwerk (nationaler und regionaler) europäischer Bildungsserver. Es erfolgt kein Eingriff in die Autonomie; das Posting und Pulling von Ressourcen geschieht nach der Entscheidung der einzelnen Server. Die Ressourcen können auf einem zentralen ETB-Server angemeldet werden; auf diesem ist eine integrierte multilinguale Suche möglich.
Überblick über die Eigenschaften des ETB-Thesaurus
Der Thesaurus umfasst ca.1160 Deskriptoren, zusätzlich für jede Sprache weitere Non-Deskriptoren (im Deutschen zur Zeit ca. 180-280), die eine Annäherung an das Vokabular der normalen Benutzer zulassen. Der Thesaurus hat eine hierarchische Struktur, aber keine eindeutige klassifikatorische Hierarchisierung. Die Deskriptoren sind nach Wortfeldern sortiert, der größte Bereich umfasst die "Bildungsinhalte".
Verschlagwortung mit Hilfe des ETB- Thesaurus
Zur Verschlagwortung muss mindestens ein ETB-Schlagwort vergeben werden, in der Regel 2-5, zusätzlich ggf. sonstige (freie oder ETB-Schlagworte); außerdem: Titel, Beschreibung, Einordnung in Klassifikation, Schulstufe, Zielgruppe, Dokumenttyp. Dokumentspezifische Begriffe, die nicht im Titel vorkommen, aber wichtig für den inhalt sind, sollten in der Beschreibung stehen.
Beim Deutschen Bildungsserver wurde beschlossen, den ETB-Thesaurus für die Verschlagwortung der Online-Ressourcen zu nutzen. Eine Demonstration der Recherchemöglichkeiten im ETB mit Hilfe des Thesaurus findet man unter http://browsetb.jrc.it
Vorteile der Verschlagwortung mit Hilfe des ETB-Thesaurus
Ein einheitliches europaweit genutztes Vokabular von ca. 1000 Wörtern ermöglicht die multilinguale Suche auf den beteiligten Servern. Ausgewählte Dokumente können im ETB-Netzwerk angeboten werden. Die Resultate des ETB-Projektes werden weiterentwickelt und gepflegt.
Diskussion
Es wird die Frage diskutiert, ob der ETB-Thesaurus auch für die Landesbildungsserver nutzbar ist. Die Vereinheitlichung der Verschlagwortung wäre für die Qualität der Datensätze von Vorteil. Wegen seines überschaubaren Umfanges ist der ETB gut handhabbar. Es wird vorgeschlagen, eine Arbeitsgruppe unter Leitung des DBS zu bilden. Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Baden-Württemberg bekunden Interesse an der Mitarbeit.
Eine ausführlichere Darstellung des Vortrags findet sich unter: http://www.educat.hu-berlin.de/~kluck/Etb-indexieren.ppt

[zur Tagesordnung]

7. Hochschulnetzwerk - Susanne Politt

Das Hochschulnetzwerk "Lehrerausbildung und Neue Medien" hat die Zielsetzung, angehende Lehrer zur Nutzung neuer Medien für innovative Lehr- und Lernformen und zur Wahrnehmung medienbezogener Bildungsaufgaben zu qualifizieren. Dazu wurde ein Rahmenkonzept erarbeitet und exemplarische Materialien wurden zusammengestellt. Nach Beendigung des ursprüngliches Projekt ist das Netzwerk jetzt bei der Kommssion Medienpädagogik der DGfE angesiedelt. Unter Nutzung der DBS-Datenbanken werden fortlaufend weitere Materialien und Informationen gesammelt.
Das Portal ist auch für Lehrerfortbildung geeignet und kann für die Recherche, aber auch zur Veröffentlichung eigener entsprechender Materialien genutzt werden.
Weitere Informationen unter http://www.lehrerbildung-medien.de

[zur Tagesordnung]

8. XML serverseitig verarbeitet: XML- Anwendungen am Rechenzentrum der Humboldt-Universität zu Berlin -Susanne Dobratz

Das Rechenzentrum der Humboldt-Universität arbeitet seit September 1997 in gemeinsamen Projekten mit der Universitätsbibliothek daran, den Dokumentenserver der Humboldt-Universität aufzubauen (http://edoc.hu-berlin.de). Dabei kommen für die Verarbeitung der Volltexte SGML/ XML-basierte Methoden zum Einsatz.
Dieser Vortrag gab einen Einblick in die genutzten Technologien und trug zur Diskussion über Sinn- und Unsinn des Einsatzes von Markupsprachen wie XML für bestimmte Anwendungen bei.
(PDF-Version für den Ausdruck der Folien: http://edoc.hu-berlin.de/lehre/talks/bonsai2002-dobratz.pdf)

Die Projekte:

Technologien:

[zur Tagesordnung]

9. XML clientseitig interpretiert: Eine Alternative zu HTML? - Christian Richter

XML hat sich bisher eher als Datenaustauschformat und als Dokumentenformat fuer die serverseitige Weiterverarbeitung z.B. zu HTML oder PDF durchgesetzt. Die Stärke von XML liegt in der Abbildbarkeit auch kompexer Datenstrukturen und in der Möglichkeit einer sauberen Trennung von Layout und Inhalt. Eine XSL-Datei gibt dem Browser vor, wie die XML-Datei dargestellt werden soll. Im Moment kann kaum ein Browser XML/XSL korrekt interpretieren. Getestet wurden die verbreitetsten Browser Netscape 4.x unter Linux und Windows, Netscape 6 unter Linux und Windows, MS Internet-Explorer 5.x und 6.0. Eine einigermaßen befriedigende Darstellung wurde nur mit dem MS Internet Explorer 6.0 erreicht. Dies wurde an Datensätzen aus der Online-Ressourcendatenbank des DBS demonstriert. Andere Browser bieten die Möglichkeit, den Quelltext lokal abzuspeichern und mit einem Datenbankprogramm weiter zu verarbeiten. Auf der Seite Neu eingetragen bietet der DBS die Möglichkeit an, sich Datensätze im XML-Format für den Datenimport in private Verzeichnisse ausgeben zu lassen. Mittelfristig bleibt HTML die bessere Wahl als Ausgabeformat von Webseiten.

[zur Tagesordnung]

Der 10. Bonsai-Workshop findet im Herbst in Berlin statt.

Protokoll: Susanne Politt, Christine Schuster