Sitzung der "Bonsai"-Gruppe
am 20. März 2001, 10.00 bis 14.00 Uhr im FWU
Ergebnisprotokoll
Teilnehmer:
Andreas Rittershofer Baden-Württemberg
Wolfgang Schmid Bayern
Hans Rauch Hessen
Horst Günter Eysel Niedersachsen
Ralf-Thomas Schiebel Sachsen
Rainer Fabianski Sachsen
Michael Woyde Sachsen-Anhalt
Dr. Martin Maysel Thüringen
Jürgen Jaeschke Humboldt-Universität
Dr. Christian Richter Humboldt-Universität
Dr. Friedhelm Schumacher FWU (Moderation, Protokoll)
TOPs:
1. Struktureller Aufbau des neuen DBS
2. Länderübergreifende Schuldatenbank
3. Lehrpläne/Rahmenpläne
4. Sicherheit der Bildungsserver
5. CMS/Redaktionssysteme
6. Unterstützung bei der Verschlagwortung von Ressourcen
7. Termine
1. Struktureller Aufbau des neuen DBS
Herr Richter stellt den einheitlichen neuen Seitenaufbau des DBS vor:
- Überschrift,
- freier Eingabebereich,
- datenbankbasierte Liste
- Zwischenüberschriften
Die Seiten der sechs Säulen des DBS können grundsätzlich auch - wie beim alten DBS - im länderspezifischen Format abgerufen werden. DBS-seitig müssten hierfür einige zusätzliche Vorkehrungen getroffen werden; die Länder müssten ihr Interesse beim DBS anmelden.
Für Niedersachsen meldet Herr Eysel den Wunsch an, diesen Service des DBS in Anspruch zu nehmen.
Die alten Seiten des DBS bleiben bis auf weiteres erhalten bzw. es erfolgt ein Re-Direct auf die entsprechenden neuen Seiten. Es sollten also keine Fehler auftreten, wenn - z.B. von Seiten der Landesbildungsserver - noch auf die alte Struktur des DBS verlinkt wird.
2. Länderübergreifende Schuldatenbank
Die Frage, ob es sinnvoll sei, die in den Ländern in recht unterschiedlicher Form aufbereiteten Schuldaten in eine gemeinsame und zentral recherchierbare Datenbank zu überführen, wird von der Gruppe einhellig verneint. Die jetzige Lösung - der DBS versammelt alle Links auf die einschlägigen Services der Länder auf einer entsprechend ausgewiesenen Seite (mit der Deutschlandkarte als grafischer Navigationsunterstützung) wird als völlig ausreichend angesehen. Gegen eine "größere" Lösung spricht insbesondere, dass der potenzielle Zusatznutzen einen unverhältnismäßig großen Pflegeaufwand voraussetzen würde.
Die Schul-Datenbank des SchulWeb sollte weiterhin ihr besonderes Profil als Nachweis-Ort besonders engagierter Schulen pflegen.
3. Lehrpläne/Rahmenpläne
Die jetzige Lösung - Linksammlung einschlägiger Ressourcen - wird als ausreichend angesehen.
4. Sicherheit der Bildungsserver
a) Sicherheit vor unerwünschten Seitenaufrufen durch Nutzerinnen und Nutzern
Herr Schmid berichtet, dass für bayerische Schulen nach einem praktikablen Angebot gesucht wird, die Internet-Recherchen durch Schülerinnen und Schüler auf "geprüfte" Seiten zu beschränken ("White List"). Frage an die Arbeitgruppe: Gibt es empfehlenswerte Filtersysteme, die dies realisieren können. Genannt wird "Cyber patrol" als bekanntester Anbieter, weitere Informationen könne evtl. die Bertelsmann-Stiftung geben, die in diesem Bereich ein Projekt durchführe. Insgesamt wird aber von den übrigen Mitgliedern der Gruppe bezweifelt, dass solche Sicherungsmaßnahmen ein richtiger Schritt auf dem Weg sein können, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Inernet-Nutzern zu erziehen.
Vereinbart wird schließlich ein "kleiner Versuch", über dessen Erprobung Herr Schmid zu gegebener Zeit berichten wird: Herr Richter stellt als "White List" alle im DBS genutzten Links zur Verfügung, diese Liste wird interessierten bayerischen Schulen bei Interesse als "Positiv-Filter" angeboten.
b) Sicherheit vor Hacker-Angriffen
Für fast alle Bildungsserver gilt, dass die Sicherheitsstufe als "low level" bezeichnet werden muss. Eine Ausnahme bildet Niedersachsen, das ein von der Telekom definiertes Sicherheitssystem erhalten hat.
Einhellig wird angenommen, dass eine deutlich verbesserte Sicherheit der Bildungsserver mit einem noch deutlich höheren Administrationsaufwand verbunden sei, der aber angesichts der Frage "Welcher Schaden entsteht tatsächlich, wenn unser Server hin und wieder für begrenzte Zeit nicht läuft?" nicht vertretbar sei.
5. CMS/Redaktionssysteme
Die Bildungsserver nutzen zunehmend Content-Management-Systeme (CMS), die z.T. individuell und auf die jeweiligen Bedürfnisse bezogen entwickelt wurden. Einige Server stehen vor der Entscheidung, zukünftig ein CMS einzusetzen.
Das von Herrn Richter für den DBS entwickelte System ist nicht zur Weitergabe geeignet.
Herr Woyde berichtet für Sachsen-Anhalt, dass das dort entwickelte System vermutlich mit relativ geringem Aufwand portierbar gemacht werden kann. Rechte und Preise könnte Herr Woyde bei Interesse schnell eruieren.
Das in Hesen eingesetzte System "ZOOP" ist Open Source, in diesem Sinne portierbar und anpassbar. An einer Einführung in die Nutzungsmöglichkeien von ZOOP durch Herrn Rauch haben im Dezember 2000 mehrere Vertreter von Bildungsservern teilgenommen.
6. Unterstützung bei der Verschlagwortung von Ressourcen
Von Seiten einiger Teilnehmer der Gruppe wird der Wunsch geäußert, eine Unterstützung bei der Verschlagwortung von Seiten bzw. Datenbankeintragungen zu erhalten. Die damit verbundenen Ziele wären eine größere Effektivität der Arbeiten sowie eine Qualitätssteigerung (größere Transparenz und Vergleichbarkeit) der Eintragungen und damit letztlich verbesserte Recherchemöglichkeiten.
Herr Schumacher berichtet, dass auch im Bereich der Säule Schule bisher noch völlig frei verschlagwortet wird. Allerdings werden gegenwärtig für den gesamten DBS Überlegungen angestellt, ein gepflegtes Schlagwortverzeichnis einzuführen. Zur Diskussion stehe hier zunächst das Verzeichnis "FIS Bildung", es sei aber auch eine aktuelle Entwicklung auf EU-Ebene zu beachten (European Treasury Browser bei EUN). An dieser multilingualen Entwicklung seien HU und FWU beteiligt. Über die mögliche Verfügbarkeit beider Systeme auch für Landesbildungsserver konnte Herr Schumacher ad hoc keine Aussage machen.
Die Arbeitsgruppe wünscht, die Frage der Verschlagwortung in die Agenda der nächsten Sitzung aufzunehmen und detaillierte Informationen über die genannten Alternativen zu erhalten. Es wird festgehalten, dass ein einzusetzender Schlagwortkatalog auch von Laien nutzbar und online einsetzbar sein sollte.
7. Nächste Sitzung der Bonsai-Gruppe:
19./20. September 2001 in Berlin.